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Wole Soyinka
"...der in breiter kultureller Perspektive und mit poetischen Obertönen das Drama des menschlichen Seins gestaltete"
* 13. 7. 1934, Isara (Nigeria)
Wole Soyinka (eigentlich: Oluwole Akinwande Babatunde Oludeinde Isola Soyinka) wurde am 13. Juli 1934 in Isara, einem Dorf bei Abeokuta im Westen Nigerias als Sohn eines Schuldirektors geboren. Nach Besuch der Volksschule in Abeokuta, besuchte Soyinka ab 1946 das Government College in Ibadan um schließlich ab1952 Griechisch, Englisch und Geschichte an der University of Ibadan zu studieren. 1954 ging er nach Großbritannien, wo er Theater- und Literaturwissenschaften an der University of Leeds studierte. 1960 kehrte er in seine Heimat zurück, wo er die Theatergruppe The 1960 Masks gründete. Ab 1962 unterrichtete er an den Universitäten Ife, Ibadan und Lagos. Wegen seiner öffentlichen Kritik am Biafrakrieg, wurde er 1967 auf offener Strasse verhaftet (eingekerkert wäre wohl der bessere Ausdruck) und verbrachte zwei Jahre zum Teil in absoluter Isolationshaft, ohne je offiziell angeklagt worden zu sein. Diese Erlebnisse schilderte er später sehr eindrucksvoll in seinem Gedicht Der Mann ist tot. 1972 verließ Soyinka Nigeria, kehrte jedoch drei Jahre später zurück und dort zum Generalsekretär der Union of Writers of African Peoples. Im gleichen Jahr wurde er Professor für Englisch an der Universität Ife. Soyinka war Gastprofessor an zahlreichen hochrenommierten Universitäten, wie z.B. der Harvard University, Yale, Cornell und Cambridge, um nur einige zu nennen. 1984 floh er erneut aus Nigeria, diesmal nach Paris, wo er Präsident des Internationalen Theaterinstituts wurde. 1988 kehrte er wieder zurück in seine Heimat. Hier wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, er erhielt unter anderen den nigerianischen Ehrentitel Akoogun of Isara. 1994 floh Soyinka vor dem totalitären Regime des brutalen Diktators Sani Abachas ein drittes Mal aus Nigeria und lehrte als Gastprofessor an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Seit der Ermordung seines Freundes und Schriftstellerkollegen Ken Saro-Wiwa im Herbst 1995 setzt sich Soyinka noch stärker in der Öffentlichkeit für die politischen und sozialen Belange seines Landes ein. Obwohl er seit vielen Jahren in den USA lebt, fühlt er sich seit dem Tod des Diktators Sani Abachas nicht mehr als Exilant. 1999 sagt er in einem Interview "Ich trage Nigeria im Herzen, egal wo ich gerade lebe" .
"Der Mensch stirbt in all jenen, welche schweigen angesichts von Tyrannei." Wole Soyinka
Neben dem Nobelpreis wurden Wole Soyinka noch zahlreiche weitere Auszeichnungen verliehen (Auswahl):
- 1960 Rockefeller Foundation grant
- 1966 New Statesman John Whiting Award
- 1966 Dakar Negro Arts Festival award
- 1968 Jock Campbell Prize for Commonwealth Literature
- 1973 Overseas Fellow am Churchill College, Cambridge
- 1974 Ehrendoktorwürde der Yale-University
- 1985 Ehrendoktorwürde der Universität Paul-Valéry-Montpellier III
- 1986 Enrico Mattei Award for Humanities
- 1986 Leopold Sedan Senghor Award
- 1990 Nigerianische Auszeichnung zum Kommandeur des Ordens der Ehrenlegion
- 1994 Ernennung zum UNESCO Goodwill Ambassador
- 1996 Ehrendoktorwürde der Emory University in Atlanta
- 2000 Fonlon-Nichols Award
Wichtige Werke
Diese Vergangenheit muß sich ihrer Gegenwart stellen Rede
Isara
Ibadan
Die Last des Erinnerns
Die Ausleger
Aké, Jahre der Kindheit
Samarkand und andere Märkte, auf denen ich warWeblinks