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Der Nobelpreis für Literatur 1972

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Heinrich Böll

"Für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen Literatur gewirkt hat"

 

Heinrich Böll* 21. 12. 1917, Köln
† 16. 7. 1985, Langenbroich (Eifel)

Heinrich Böll wurde am 21. Dezember 1917 in Köln als Sohn eines Schreiners und Bildhauers geboren. Er besuche das Staatliche Humanistische Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Köln. Nach dem Abitur 1937 begann er mit einer Ausbildung zum Buchhändler, brach diese jedoch zugunsten eines Germanistikstudiums an der Universität zu Köln 1939 ab. Dieses musste er jedoch bald unterbrechen, nachdem er noch im selben Jahr zur Wehrmacht eingezogen wurde. Währen des zweiten Weltkriegs wurde er in Frankreich, Polen, Rumänien, Ungarn und in der Sowjetunion eingesetzt.1942 heiratete er seine langjährige Freundin Annemarie Cech. 1945 geriet er in britische, später in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung setzte er sein Germanistikstudium in Köln fort. 1947 wurden seine ersten Kurzgeschichten in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht. 1949 erschien Bölls erstes Buch, die Novelle Der Zug war pünktlich. Da die Honorare, die er aus seinen Veröffentlichungen bezog, nicht zum leben reichten, nahm er 1950 eine Stelle als Aushilfsangestellter beim Statistischen Amt der Stadt Köln an. 1951 wurde seine satirische Geschichte Die schwarzen Schafe mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet. 1964 wurde er Gastdozent für Poetik an der Universität Frankfurt am Main. 1969 wurde Böll zum Präsidenten des deutschen PEN-Zentrums gewählt, nur zwei Jahre später zum Präsidenten des internationalen PEN-Clubs. Böll setzte sich immer wieder für politisch verfolgte und "mundtot gemachte" Schriftsteller in aller Welt ein, wie z.B. den südkoreanischen Autor Kim Chi Ha oder den russischen Autor Alexander Isajewitsch Solschenizyn, für den er schon vor seiner Ausweisung aus der Sowjetunion im Jahre 1974 mehrere Manuskripte in den Westen geschmuggelt hatte. Im Jahre 1979 lehnte Böll die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch Bundespräsident Scheel ab. Heinrich Böll starb am Morgen des 16. Juli 1985 in seinem Haus in dem kleinen Eifelort Langenbroich.

 

"Die einzige Drohung, die einem Deutschen Angst einjagt, ist die des sinkenden Umsatzes"
Heinrich Böll

 

Neben dem Nobelpreis für Literatur wurden ihm noch zahlreiche weitere Auszeichnungen verliehen (Auswahl):

  • 1951 Preis der "Gruppe 47"
  • 1958 Eduard-von-der-Heydt-Preis der Stadt Wuppertal
  • 1959 Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 1967 Georg Büchner Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
  • 1974 Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte
  • 1983 Ernennung zum Professor durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen

Wichtige Werke

Der Zug war pünktlich
Das Vermächtnis
Wanderer, kommst du nach Spa...
Die schwarzen Schafe
Wo warst du, Adam?
Der Engel schwieg
Nicht nur zur Weihnachtszeit
Und sagte kein einziges Wort
Haus ohne Hüter
Das Brot der frühen Jahre
Irisches Tagebuch
Die Spurlosen
Doktor Murkes gesammeltes Schweigen
Billard um halb zehn
Ein Schluck Erde
Ansichten eines Clowns
Entfernung von der Truppe
Ende einer Dienstfahrt
Gruppenbild mit Dame
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Fürsorgliche Belagerung
Dufährst zu oft nach Heidelberg und andere Erzählungen
Was soll aus dem Jungen bloß werden?
Vermintes Gelände
Die Verwundung
Frauen vor Flusslandschaft
Rom auf den ersten Blick
Der blasse Hund
Die Hoffnung ist wie ein wildes Tier
Briefe aus dem Krieg

Weblinks

Der Nobelpreis - Heinrich Böll
Die Nobelstiftung