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Der Nobelpreis für den Frieden 2002

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Jimmy Carter

"Für seine jahrelangen Beiträge zur Lösung internationaler Konflikte sowie der Förderung von Demokratie und Menschenrechten"

 

Jimmy CarterJames Earl Carter jr.

* 1. 10. 1924, Plains (Georgia, USA)

Jimmy Carter, der nur selten seinen vollständigen Namen James Earl Carter jr. benutzt, wurde am 1. Oktober 1924 in Plains, Georgia als Sohn des Erdnussfarmers und Kaufmanns James Earl Carter sr. und der Krankenschwester Lillian Gordy geboren. Nach seiner Schulausbildung studierte Jimmy Carter ab 1941 zunächst am Georgia Southwestern College und dem Georgia Institute of Technology, wechselte jedoch bereits 1943 zur Naval Academy in Annapolis. Am 7. Juli 1946 heiratete er Rosalynn Smith, mit der er vier Kinder hat. Noch im selben Jahr, nach seinem überaus erfolgreichen Abschluss an der Naval Academy, war Jimmy Carter auf diversen U-Booten der Atlantik- und Pazifikflotte stationiert und für das atombetriebene U-Boot-Programm vorgesehen.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1953 kehrte Jimmy Carter nach Georgia zurück, um die familieneigenen Erdnussplantagen zu übernehmen. Zu dieser Zeit begann er sich bereits als Anhänger der Demokratischen Partei auf kommunaler Ebene politisch zu engagieren. Im Jahre 1962 wurde Jimmy Carter in den Senat von Georgia gewählt. Nach einer missglückten Kandidatur im Jahre 1966 gelang ihm 1970 schließlich der Wahlsieg, Jimmy Carter wurde am 12. Januar 1971 der 76. Gouverneur von Georgia. Carters Engagement galt verstärkt dem Umweltschutz und vor allem dem Abbau der Rassendiskriminierung.

Am 12. Dezember 1974 kündigte Jimmy Carter erstmalig seine Kandidatur zu den Präsidentschaftswahlen an. Seinen klaren Sieg am 2. November 1976 verdankte er vor allem Afro- und Hispanoamerikanern sowie den Armen, die ihn aufgrund seiner ungezwungenen Art schätzten. Jimmy Carter wurde der 39. Präsident der USA. Zu seinen größten außenpolitischen Erfolgen gilt das Abkommen von Camp Davis zwischen Ägypten und Israel. Auch der Abschluss des Salt II Vertrags mit der UdSSR geht auf seine Arbeit zurück, sowie die Abgabe der Kontrolle des Panama-Kanals an Panama. Kurz nach seinem Amtsantritt ließ Jimmy Carter die US-Hilfen für die Staaten einstellen, die im Verdacht von Menschenrechtsverletzungen standen. Im Widerspruch dazu wechselten unter seiner Regierung die diplomatischen Beziehungen von der Republik China (Taiwan) zur Volksrepublik China.

Jimmy Carters Außenpolitik erlebte einen dramatischen Höhepunkt, als am 4. November 1979 islamische Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran besetzten und über 50 Geiseln nahmen, um die Auslieferung des Schahs Mohammed Resa Pahlewi zu erzwingen. Nach einer missglückten Befreiungsaktion wurden die Geiseln nach 444 Tagen am 20. Januar 1981, dem letzten Amtstag Jimmy Carters, freigelassen.

Nach seiner Amtszeit engagierte sich Jimmy Carter wie kein anderer Ex-Präsident für den Weltfrieden sowie die Belange der Dritten Welt. Im Jahre 1982 gründete er gemeinsam mit seiner Frau das Carter Center in Atlanta. Mehrfach gelang es ihm kriegsführende Parteien an den Verhandlungstisch zurück zu holen, Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen aufzudecken. 1999 wurde Jimmy Carter mit dem International Child Survival Award der UNICEF ausgezeichnet.

"Theorie ist eine Vermutung mit Hochschulbildung"
Jimmy Carter

Literatur

Das Beste geben. Der Mann aus Georgia über sich selbst
Die Rebellen (Roman)

 

Weblinks

Carter Center
Der Nobelpreis - Jimmy Carter
Die Nobelstiftung